Amaranth

Herkunft: Ursprünglich stammt die Amaranth-Pflanze aus Mexiko und wurde dort bereits vor 5000 Jahren von den Azteken und Inkas als heilige Pflanze angebaut. Beide Völker glaubten, in ihr die Quelle großer Kraft gefunden zu haben. So wurde sie als Grundnahrungsmittel und als Opfergabe für die Götter genutzt. Die spanischen Eroberer verboten den Anbau und vernichteten die Felder, um den Völkern ihre Energiequelle, ihren Zusammenhalt und ihre Religion zu nehmen.

Botanik: Der botanische Name lautet Amaranthus caudatos, kommt aus dem Griechischen und bedeutet "unsterblich" bzw. "nicht welkend". Amaranth zählt nicht zu den Gräsern wie andere Getreidearten, sondern zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist somit eine Körnerfrucht. In vielen Klimaregionen wird es auch als Blattgemüse genutzt. Amaranth ist eine sehr genügsame und überaus produktive Pflanze. Sie kommt mit wenig Wasser aus und wächst bis in sehr hohen Bergregionen. Je nach Bedingung wird sie innerhalb eines halben Jahres zwischen 50 cm und zwei Meter hoch und bildet Tausende von winzigen Samen an sehr großen, auffällig gefärbten Rispen.

Aussehen und Geschmack: Die unscheinbaren Körner des Amaranth, die an Hirse erinnern, sind vielseitig verwendbar und entfalten beim Kochen ihren typisch nussigen Geruch.

Verwendung: Viele Speisen lassen sich aus den Körnern des Amaranth zubereiten, z.B. Suppen, Gemüsepfannen, Aufläufe und Süßspeisen. Die Körner können auch geschrotet und gemahlen werden. Zum Backen eignet sich Amaranth allerdings nur begrenzt, da das nötige Gluten für das Backvolumen nicht enthalten ist. Die Beimengung von Amaranth zu anderen Brotmehlen ist jedoch eine wertvolle Ergänzung zur ernährungsphysiologischen Qualität von Brot.

Gesundheitswert: Der Protein- und Fettgehalt, sowie die Mineralstoffgehalte sind sehr hoch. Auch das meist im Mangel befindliche Lysin ist überdurchschnittlich vorhanden. Das Fettsäurespektrum weist hohe Anteile an ungesättigten Fettsäuren, darunter Linol- und Alpha-Linoleinsäure vom wertvollen Omega-3-Typ, auf. Das in unserer Ernährung unzureichend enthaltene Magnesium erreicht Spitzenwerte. Calciumgehalte wie in Milch und hohe Eisengehalte wie in Hülsenfrüchten oder Ölsamen machen Amaranth zu einem diätisch wertvollen Nahrungsmittel auch für Sportler. Die Körner sind glutenfrei und somit für Zöliakiepatienten geeignet, wie auch als Getreideersatz bei Neurodermitis-Erkrankungen.